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Daytrip to Helen, GA

Schon oft haben wir uns sagen lassen, wir muessten unbedingt mal nach Helen fahren, weil dort alles so deutsch sei. Vor einigen Wochen hatten wir uns dann mal auf den Weg gemacht... und waren puenktlich zum Oktoberfest dort. Zu dumm, dass wir unsere Lederhosen und Dirndl nicht anhatten - aufgefallen waeren wir in dieser Kulisse sicher nicht...
Helen ist so kitschig, dass es schon wieder gut ist. Unklar blieb, ob es sich um einen echten Ort handelt oder eher um einen German Theme Park. Wie auch immer, der Nachmittag war irgendwie ganz nett und das Essen im Restaurant "Old Heidelberg" sehr lecker. Das Jaegerschnitzel mit Spaetzle haette man in Deutschland auch nicht besser serviert bekommen. Somit hatte sich der Besuch schon gelohnt. Im Festzelt dudelte "...es gibt kein Bier auf Hawaii...", was niemanden so richtig interessierte...


Unfit Mother

Die ersten drei Monate mit Baby sind ueberstanden und so langsam pendelt sich alles ein. In den letzten Wochen hat sich ziemlich deutlich herauskristallisiert, dass die Tage, an denen wir etwas vor haben, wesentlich leichter sind, als Tage ohne Programm. Philip will beschaeftigt werden, sich in der Welt umschauen und hat am liebsten "a richtige DREAM AEKTSCHN". Also wehe es wird langweilig... Da Bewegung gut tut, haben wir uns zum Sport angemeldet: Stroller Workout - eine Variante des klassischen MuKiTu.
Man trifft sich im Piedmont Park, die lieben Kleinen sind mit dabei im Kinderwagen und los geht's mit dem Training. Das wird locker, dachte ich... was kann einem da schon passieren. Den Kinderwagen schiebe ich ja nun schon seit drei Monaten durch die Gegend und zwar up and down the hills in Morningside. Und ausserdem sollte das Training doch langsam anfangen...
Die Wetterverhaeltnisse waren alles andere als guenstig - morgens um 8 Uhr war es bereits 30 Grad Celsius warm und die Luftfeuchtigkeit betrug 80%.
Waehrend wir am Treffpunkt auf Trainerin und andere Teilnehmerinnen gewartet haben, lag Philip relativ unbeeindruckt von den aeusseren Umstaenden in seinem Wagen und war gut drauf. Mal direkt nach dem Aufwachen aus dem Haus zu gehen, hat ihm offenbar gefallen. (Das wird sich sicher noch aendern im Lauf der Jahre...)
Jedenfalls trafen kurze Zeit spaeter die Trainerin und eine weitere Teilnehmerin mit Zwillingen ein. Dann ging es auch schon los. Oje - bei nur zwei Teilnehmerinnen hat man keine Chance die mangelnde Fitness in der Gruppe zu verstecken. Meine Trainingspartnerin Claire ist Schottin und ihre Zwillinge Alex und Lucy sind 11 Monate alt.
Zum Aufwaermen sollten wir uns kurz einlaufen - lockeres Joggen, Seitgalopp und rueckwaerts laufen. Alles kein Problem - die Schottin und ich unterhielten uns waehrendessen, das uebliche Blahblah... where do you come from? How long have you been living in "Aetlana"...? Die Trainerin hat in der Zwischenzeit die Babies bespasst. Dann ging's los mit einer Art Zirkeltraining. Kniebeugen, Liegestuetzen, Treppen-Joggen, usw..Die erste Station habe ich noch tapfer bewaeltigt und war guten Mutes fuer die naechsten Stationen. Auch Philip hat seine Sache gut gemacht. Er lag doesend in seinem Wagen hat sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen waehrend Muttern sich in der bruetenden Hitze einen abgehechelt hat. War ja auch nicht seine Idee mit dem Sport... Wie dem auch sei - von Station zu Station wurde immer deutlicher: Die Schottin ist physisch in besserer Verfassung als ich.  Beim Treppen hoch und runter rennen stellte sich heraus, dass Claire schon laenger wieder Sport macht und dies eben nicht ihre erste Trainingseinheit war. Da haben wir's ja. Nicht ich bin zu unfit fuer diesen Kurs, sondern sie ist zu fit. (Irgendwie muss man sich ja motivieren.) Die Unterhaltung mit Claire war zwar sehr nett, wirkte sich jedoch negativ auf meine Treppen-Performance aus und liess mich deutlich zurueckfallen. Die Trainerin bemerkte, dass ich aus dem letzten Loch pfiff und feuerte mich an... Ich gab alles und endlich war die letzte Station erreicht. Wir sollten Liegestuetzen machen. Entweder richtig mit gestreckten Beinen oder die Damen-Version. Ich entschied mich fuer letztere und es sah alles andere damenhaft aus, was ich da tat. "Ich hatte fertig." Wie lange koennen denn 45 Minuten sein... ? Die sind doch zu Hause, ja selbst im Buero, immer so verdammt schnell um... Ich schaute mir an, was die Zwillingsmama machte - ts - 1-A Liegestuetzen mit gestreckten Beinen. Ihr kleiner Sohn guckte unter seinem Buggy-Sonnendach hervor und fixierte mich als wuerde er sagen wollen: "What's wrong with you? Can't you just do the push-ups like my mom?" Ich dachte: "Nope. I've had it for today." Philip war es egal. Er schlief noch. Wir werden sehen, wie es das naechste Mal laeuft.



Introducing Roger Rabbit...


Ihm scheint es bei uns zu gefallen, seit Montag haben wir ihn jeden Abend im Garten angetroffen.

Kabelfernsehen

Nach fast drei Monaten im neuen Heim hatte Thorsten die Schnauze voll - vom Satellitenfernsehen, von unserer viel zu langsamen Internet-Verbindung und von unserer staendig gestoerten Telefonleitung. Am Satellitenfernsehen gab es eigentlich nichts auszusetzen, die Bildqualitaet war tiptop, wir hatten wie zuvor auch jede Menge Kanaele, die wir sowieso nie angeschaut haben, der zugehoerige Receiver sah klasse aus und hat prima ins Regal gepasst. Das einzige Problem war, dass man uns mit einem Sonderangebot angelockt hatte und letztendlich sollten wir dann doch den regulaeren Preis bezahlen. Fuer solche Spaesse sind wir allerdings nicht mehr zu haben... Inzwischen schon gewieft in der US-Konsumwelt hat Thorsten der Satellitenfernsehfirma dann mal einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Sie koennen Ihre Schuessel und den schicken Receiver zurueckhaben und wir schauen ab sofort Kabelfernsehen bei der Konkurrenz. Die Konkurrenz bietet neben Kabelfernsehen auch Internetzugang an und das ganze zum Wohlfuehlpreis.
Die Kabelfirma kam gestern morgen und hat alles klar gemacht.
Wenn ich an die Anfangszeiten des Kabelfernsehens in Deutschland denke, faellt mir als erstes ein, dass alle Strassen, in die das "Kabel" gelegt wurde, erstmal monatelang aufgerissen waren und es hat ewig gedauert, bis alles verlegt war und alle Haeuser am Netz hingen und die Strassen dann wieder geteert und freigegeben waren.
Dafuer haben wir hier keine Zeit und auch keine Lust. Das Fernseh/Internet-Kabel wird vom naechsten Verteilerkasten einfach ueber die Strasse bis zum Haus gespannt und die groesste Herausforderung ist, sich zu ueberlegen, wo es denn nun ins Haus gefuehrt wird. Die einfachste Loesung in unserem Fall war, den Fensterrahmen im Keller zu durchbohren und das Kabel durchzuziehen. Dann an der Kellerdecke irgendwo befestigen, durch den Crawlspace hoch ins Wohnzimmer und schon haste Kabelfernsehen. Das war eine Sache von 2 Stunden. Die Bildqualitaet ist tiptop, bis zum naechsten Sturm auf jeden Fall. Dann koennte es sein, dass unser Fernsehkabel von einem entwurzelten Baum mitgerissen wird und wir dann kein Signal mehr empfangen. Das macht aber nichts, denn der Baum, der das Fernsehkabel herunterreisst, reisst die Stromleitungen gleich mit. Und ohne Strom kann man eh nicht fernsehen. Then the power guys and the cable guys get out and hook us up again...
Ganz nebenbei haben wir dann noch eine kleine Einfuehrung in den Elektrikerberuf erhalten und gelernt wie man Stromleitungen erdet: Einfach an die Wasserleitungen anschliessen.

01/19/08: Atlanta Snowstorm Footage

Seit gestern Abend laufen hier schon die Wetterwarnungen auf allen Sendern. Es ist von Snowstorm, Severe Weather und Black Ice die Rede. Man hat sogar von Blizzard gesprochen, allerdings nicht in den Medien. Wer zu Hause bleiben kann, soll das auf jeden Fall tun. Die meisten Schulen sind geschlossen, viele Veranstaltungen wurden abgesagt. In jedes County wurde ein Reporter abkommandiert, der ueber die oertlichen Schneeverhaeltnisse berichtet. Alle zur Verfuegung stehenden Einsatzkraefte zur Strassenraeumung wurden mobilisiert. Die Wettermeldungen scheinen sogar die Berichterstattung ueber die Vorwahlen zur Praesidentschaftswahl zu verdraengen. Trotz aller Warnungen sind die meisten Leute allerdings voellig excited. Der erste Schnee seit sechs Jahren laesst die Herzen der Atlantans hoeher schlagen...Dieser Reporter, stationiert in "Avalanche County", berichtet ueber das unglaubliche Phaenomen, dass es glatt wird, wenn Schnee liegt.Eindrucksvoll laesst er seine Fuesse vor laufender Kamera hin- und hergleiten. Da wird es einem schon mulmig....

Und damit Ihr sehen koennt, wie ernst die Lage wirklich ist:



Unser Tisch, der nun wirklich nicht fuer solche Witterungsverhaeltnisse geschaffen ist, war innerhalb von kurzer Zeit beinahe vollstaendig (!) eingeschneit. Geradezu beaengstigend... Hoffentlich finden wir ihn im Sommer wieder...Aber der Wintereinbruch hat auch seine schoene Seite. So ein Winter Wonderland hat schliesslich seinen Reiz...
Falls wir nicht voellig von der Aussenwelt abgeschnitten werden durch diesen strengen Winter oder ausrutschen und uns weiss Gott was brechen, halten wir Euch auf dem Laufenden...
So long!

Playground Rule No. 1...

...oder die Frage, wer hier eigentlich mit wem auf den Spielplatz geht...?

Ein weiteres nuetzliches Schild - gesehen in einem Supermarkt:






Summer in the city...

Bisher haben wir Hitzemuffel immer die Rheinebene verflucht, weil es insbesondere in Karlsruhe ganz schoen heiss werden kann im Sommer. Und wie wir gelitten haben im Buero ohne Klimaanlage ganz zu schweigen von einer Wohnung, die man nur durch kontrolliertes Lueften und Ganztagesverdunkelung einigermassen ertraeglich temperieren konnte, wenn ueberhaupt….ein Alptraum! Das waren die Sommer in Karlsruhe. Im Jahrhundertsommer 2003 soll Thorsten gesagt haben, er wandere aus, wenn es noch einmal einen solchen Sommer gaebe….was er damals nicht gesagt hat, und sich wahrscheinlich auch nicht hat traeumen lassen, ist, dass er in eine Stadt auswandert, in der es noch waermer wird als in Karlsruhe: HOTLANTA !
Waehrend es bis Mitte Juli noch richtig nett und angenehm war, geht waermemaessig momentan so richtig die Post ab. Der Sommer hat es hier wirklich in sich. Taeglich um die 100 Grad Fahrenheit und meistens verdammt schwuel. Nachts ist es hier ungefaehr so warm wie in Karlsruhe tagsueber. Yippiejayeah!
Das erstaunliche ist jedoch: Keiner kriegt’s wirklich mit.
Waeren da nicht die kurzen Wege von der Haustuer ins Auto, vom Auto ins Buero und wieder zurueck, vom Auto in den Supermarkt und dann irgendwann wieder vom Auto bis zur Haustuer….usw., wuerde man nicht einmal ins Schwitzen geraten. Im Gegenteil. wuerde man sich zum Arbeiten nicht warm genug kleiden, haette man sich in Null Komma Nichts die dickste Erkaeltung eingefangen.
Unsere Klimaanlage zu Hause hat ganz schoen zu schaffen, um das Loft auf Ertraeglichkeit herunter zu kuehlen, aber sie laeuft und wir haben zum Schlafen angenehme Temperaturen. Beim ersten Schritt vor die Haustuer morgens, wuerde man sich seinen business attire, am liebsten wieder vom Leib reissen. Das frische Gefuehl nach der morgendlichen Dusche ist nach zwei Sekunden weg und der einzige Gedanke ist: “Holy crap! Des geht gar net!” Der amerikanisch-badische Gedanke wird allerdings verworfen, sobald man im Auto sitzt und die dortige A/C, die etwas leistungsfaehiger zu sein scheint, als die deutschen Versionen, ihre Dienste tut. Ok, jetzt geht’s wieder. Die Abkuehlung im Auto geniessen, bevor der naechste Hammer kommt. Im Parkhaus aus dem Auto steigen und durch die feuchte Hitze, die sich downtown noch schlimmer anfuehlt als zu Hause, ab ins Peachtree Center. Der Schritt vom Skywalk, der das Parkhaus mit dem International Tower verbindet ist eine absolute Wohltat. Endlich wieder A/C..! Cool down, ….langsam wieder auf Normaltemperatur kommen. Die Klamotten sollten ja nicht gleich morgens um 9 durchgeschwitzt sein…Nach dem Durchgang in den South Tower ueberkommt mich sogar ein Froesteln, weil hier die Klimaanlage knapp ueber freeze eingestellt ist. Meistens habe ich auch was zum Ueberziehen dabei. In der zwoelften Etage, wo ich arbeite ist es nicht ganz so kalt wie unten, aber das Klima dort hat nichts mit der wirklichen Welt zu tun. Und es ist tatsaechlich angenehm. Man hat einen, im wahrsten Sinne des Wortes”, kuehlen Kopf, kann sich konzentrieren, hat keine feucht-verschwitzten Haende und ist froh, wenn man sich am Nachmittag einen warmen Kaffee im Food Court holen kann, weil es mit der Zeit schon etwas frisch werden kann, wenn man so am Schreibtisch sitzt den ganzen Tag. But wait a minute….es ist ja schon wieder halb sieben. Noch schnell die angefangene Arbeit beenden und dann ab nach Hause. Die ersten Schritte in Richtung Parkdeck fuehlen sich noch einigermassen gut an. Man kommt aus der “Kaelte” empfindet die Waerme zunaechst als angenehm. Die Realitaet holt einen allerdings relativ schnell auf den Boden der Tatsachen zurueck. It’s hot out there, freakin’ hot. Thorsten hat unter der Hitze etwas mehr zu leiden als ich. Er muss naemlich im Gegensatz zu mir ziemlich weit durch die Hitze laufen, da kein Parkplatz mehr in der Naehe des Mason Buildings verfuegbar war. Und der Beetle steht auch noch den ganzen Tag in der Sonne...da ist der Feierabend dann schon gelaufen.
Die Sache mit den Klimaanlagen ist vom Wohlfuehlfaktor (insbesondere im Arbeitsalltag) de luxe. Zumindest, so lange man sich keine Gedanken macht ueber die Energie, die tag und nacht verblasen wird. Allerdings fragt man fragt sich schon, ob es tatsaechlich sein muss, dass Restaurants, Bueros, Geschaefte….tatsaechlich dermassen heruntergekuehlt werden muessen, dass man sich nach einem Pulli sehnt oder anfaengt zu frieren. Ich habe eine Kollegin, die wegen zu kalt eingestellter A/C in ihrem Buero schon einen Heizluefter betrieben hat, damit sie nicht friert. Warum nicht? Zusaetzlich zur Energie, die die A/C verbraucht, noch Strom zum wieder aufheizen verblasen….Sehr populaer ist auch das Warten im laufenden Auto. Warten, bis die Ehefrau aus dem Supermarkt kommt oder mit den Kids aus der ebenfalls eiskalten Mall, warten bis im Lokal ein Tisch frei wird, den Rausch nach dem Firm Outing ausschlafen oder einfach mal nur so im Auto sitzen und auf irgendwas warten. Auf jeden Fall muss das Auto laufen, denn sonst laeuft ja auch die A/C nicht…Auf Big Island, Hawaii bringen es die Amis fertig, im Volcano National Park, wo es unglaublich viel zu sehen gibt, einfach im laufenden Auto sitzen zu bleiben und aus dem Fenster zu glotzen. Daher auch der Spitzname “Drive-In-Volcano”. Selbst als ehemaliger Nicht-Gruen-Waehler koennte man durchdrehen, bei so viel Energieverschwendung… Aber egal. Es hilft ja doch nix. Die Hitze soll wohl noch eine Weile anhalten und uns bleibt nichts anderes uebrig als uns auf den Herbst zu freuen. Und bis dahin heisst es drin bleiben und warm anziehen! So long!

Im Land der Autofahrer...your driver's license and your registration, please!

Zwar etwas verstimmt, aber trotzdem stolz auf unser neu erworbenes Auto sind wir bei Buck Rogers vom Hof gefahren. Der Escape hatte ein Haendler-Nummernschild, das 30 Tage gueltig war. Unser regulaeres Nummernschild wuerden wir innerhalb der 30 Tage per Post geschickt bekommen hat man uns gesagt. Am 28. Oktober war es dann soweit. Das vorlaeufige Kennzeichen lief ab und unser regulaeres Nummernschild war noch nicht da. Also haben wir Buck Rogers angerufen, um nachzufragen was los sei. Rogers hat uns mitgeteilt, dass wir ohne Georgia Driver's License kein Nummernschild kriegen. Fantastisch! Warum hat er das nicht gleich gesagt? Wir haetten uns ja laengst darum kuemmern koennen, wenn wir das gewusst haetten. Ab Ende Oktober war leider nicht daran zu denken, die Georgia Driver's License zu machen mit Theorie- und Fahrpruefung, da wir am 30. Oktober Notartermin hatten und am 31. Oktober unser Container aus Deutschland kam. Und da war natuerlich in erster Linie MOVE-IN angesagt und zwar nach allen Regeln der Kunst. Zugegebenermassen geriet das Thema Driver's License in Vergessenheit und wir fuhren einfach mit dem abgelaufenen Nummernschild durch die Gegend. Den ganzen November ging alles gut und keiner hat sich daran gestoert. Ab Ende November machte sich bei uns das schlechte Gewissen breit, dass wir immer noch keine Georgia Driver's License besassen und natuerlich auch noch keine Number Tags. Aber wir hatten auch jede Menge zu tun und alles war irgendwie wichtiger, Thorsten's Arbeit an der Uni sowieso, meine Vorbereitung auf TOEFL und Co., die kaputten Fernseher, die Jalousien im Loft und so weiter.
Am 14. Dezember, nachdem ich Thorsten an der Uni abgesetzt hatte und auf dem Heimweg war, ging der Aerger dann los. Im Rueckspiegel sah ich die Atlanta Police schon kommen...Gott sei Dank nicht in der gleichen Spur wie ich. Ich musste nur noch rechts abbiegen in die Wylie Street und ab durch die Mitte, aber leider wurde die Ampel rot. Der Officer fuhr neugierig direkt hinter mich und es dauerte keine zehn Sekunden bis die Blaulichter aufleuchteten. Shit! Waehrend Officer Prince meine Personalien aufnahm, versuchte ich ihm die Situation zu erklaeren, warum und wieso wir noch kein Nummernschild hatten, aber wirklich interessiert hat es ihn nicht. Er hat mir einen Strafzettel geschrieben aus dem hervorgeht, dass ich als State Law Violator am 16. Januar vor Gericht zu erscheinen habe. Holy crap! Und das Schlimmste war, dass man sich als State Law Violator gar nicht gut fuehlt, man traut sich ueberhaupt nicht mehr aus dem Haus...und abends musste ich ja wieder Thorsten von der Uni abholen, wieder ohne Nummernschild!
Wir haben dann beschlossen, sofort am naechsten Tag den Fuehrerschein zu machen, und zwar das volle Programm. Theorie-Test und Fahrpruefung. Den Theorie-Test haben wir locker hinter uns gebracht. Danach mussten wir uns anstellen fuer die Fahrpruefung. Vor uns waren zwei oder drei Fahranfaenger, alles Teenager, die die Hosen ganz schoen voll hatten. Und das mit Recht, denn die Fahrprueferin hat einen nach dem anderen durchfallen lassen. Mal abgesehen davon, dass die Teenies alle nicht einparken konnten, hatte die Prueferin aber auch einfach einen fiesen Charakter. Den Eltern der Durchfaller hat sie stundenlang Vortraege gehalten und uns wurde es auch schon ganz schlecht. Als wir endlich an der Reihe waren und Thorsten den Escape vorgefahren (man macht die Pruefung mit einem Auto, das man selbst mitbringt) hat, ging dann alles ganz schnell. Mit abgelaufenem Nummernschild duerfen wir keine Fahrpruefung machen. BASTA!
Unsere Erklaerungen, dass wir ohne Fuehrerschein kein Nummernschild kriegen und ohne Nummernschild keinen Fuehrerschein, haben niemanden interessiert, schon gar nicht die fiese Prueferin. Sie hat uns geraten entweder ein Auto mit Nummernschild von einem Freund auszuleihen (super, wenn man viele Freunde hat in Atlanta) oder eine Verlaengerung fuer das Haendlernummernschild zu besorgen. Wir haben uns fuer letzteres entschieden, was ueberhaupt kein Problem war. Latoya Jackson, die zustaendige Mitarbeiterin fuer Car Registrations bei unserem Lieblings-Car-Dealer war sofort kooperativ. Wir sollten gleich vorbeikommen und die Verlaengerung abholen. Spitze! Latoya hat uns dann noch berichtet, dass Buck Rogers sich eigentlich laengst haette um unseren Fall kuemmern sollen, aber er kam wohl nicht mehr dazu....he's not working here any longer!
Nach kurzer Aufregung und laengerer Fahrerei sind wir dann zurueck zum DDS (Department of Driver Services) um endlich die Fahrpruefung abzulegen. Wieder hiess es Schlange stehen, bis wir an der Reihe waren. Und wieder hat Thorsten den Escape geholt, als es dann endlich soweit war. Im Dienst war immer noch die selbe fiese Type. Abfaellig hat sie unser verlaengertes Nummernschild betrachtet und sich dann die Rechnung (!) fuer das Auto zeigen lassen. Zufaellig hatten wir die Rechnung dabei. Der Service fuer uns war dann auch wieder ruckzuck beendet. Das Rechnungsdatum und das Datum auf dem Nummernschild lagen mehr als 30 Tage auseinander (ach nee!) und deshalb konnten wir trotz Verlaengerung des Kennzeichens immer noch keine Fahrpruefung mit unserem Auto ablegen. Bloody hell! Hat die fiese Fahrprueferin uns mit Absicht durch die Gegend fahren lassen, um die Extension fuer die Number Tags zu holen, obwohl sie genau gewusst hat, dass uns die Extension gar nichts bringt? Oder war sie so stupid, dass sie eine Regelung, die aus zwei Bedingungen besteht nicht anwenden kann, wenn nicht mindestens eine Bedingung erfuellt ist? However...
Stinksauer, verzweifelt und deprimiert fuhren wir dann, nach wie vor ohne Georgia Driver's License, zurueck in die Stadt. Waehrend der Fahrt haben wir uns einen neuen Schlachtplan ueberlegt. Vielleicht wuerde uns ja einer von Thorsten's Kollegen ein Auto ausleihen, mit dem wir zur Fahrpruefung zugelassen werden. Thorsten's Kollege, ein Landsmann China's hat sich dann sofort kooperativ gezeigt. Wir koennten naechste Woche mit seinem Auto zum DDS fahren. Alles kein Problem.
Wir hatten uns auch wieder beruhigt, denn immerhin hatten wir ja jetzt wenigstens eine Verlaengerung fuer unser Nummernschild und konnten wieder ganz legal durch Atlanta cruisen. Aber es kam natuerlich ganz anders...
Nachdem ich Thorsten an der Uni abgesetzt hatte, habe ich mich meiner Lieblingsbeschaefting gewidmet: Browsing the supermarket! Kurzum: Ich war einkaufen und als ich meine Einkaeufe dann ins Auto laden wollte, und ueberlegt habe, ob ich jetzt die Heckklappe komplett aufmache oder lieber ganz bequem nur die Heckscheibe oeffne...., wurde ich dermassen zornig, dass ich die Heckscheibe am liebsten eingetreten haette, aber ich bin mit dem Bein nicht so hoch gekommen.... Stupid Latoya Jackson made the whole thing worse! Unsere Verlaengerung des Nummernschilds war ausgestellt auf den 15. Januar 2006! Inzwischen waren wir also nicht mehr (nur) eineinhalb Monate ueberfaellig, sondern fast ein Jahr! Im Eifer des Gefechts war uns das vorher leider nicht aufgefallen.
Am Rande der Legalitaet und eines mittelschweren Nervenzusammenbruchs bin ich dann nach Hause gefahren, immer schoen in Deckung, damit mich ja die Cops nicht sehen. Latoya anrufen. Zur Sau machen! Nachdem sich mein Zorn wieder gelegt hatte, entschied ich mich fuer folgende Vorgehensweise: Latoya anrufen, Problem schildern, berichtigte Extension abholen. Alles wird gut! (Irgendwann)
Ich habe Latoya angerufen, aber sie hat mir weder zugehoert, noch hat sie mich aussprechen lassen. Stattdessen sagte sie zu mir, wenn ich ihr eine Kopie unserer Heiratsurkunde bringen wuerde, koennte sie mir sofort die Papiere fertig machen, so dass ich noch am selben Tag unser Nummernschild abholen koennte. WHAT??? The marriage certificate...?
Can you believe this? Seit Wochen Stress und Aerger, weil uns gesagt wurde, wir brauchen die Georgia Driver's License und in Wirklichkeit liegt's an der Heiratsurkunde! Haette man uns das gleich gesagt, haette ich gar nicht erst zum State Law Violator werden muessen.... Selbst im Umzugsstress haette ich die 30 Minuten, die es mich kostet um zum Cardealer unseres Vertrauens zu fahren, Zeit gehabt, um die Heiratsurkunde hinzubringen! Holy cow! Are they doing this on purpose?
Die Heiratsurkunde und ich kamen gleichzeitig bei Latoya an, aber Latoya hat uns erstmal warten lassen, weil sie im Internet noch Schmuck anschauen musste. Wieder keimte Zorn in mir auf. Als sie dann alles gesehen hatte, konnte sie sich um meine Angelegenheiten kuemmern. Thank God! Latoya kopierte unsere Heiratsurkunde und fuellte Formulare aus, die sie mir dann uebergab. Ich sollte damit beim DMV (Department of Motor Vehicles) vorsprechen, worauf hin ich das Nummernschild erhalten sollte! Latoya versprach: "Don't worry You're all set!" Hilfsbereit fragte sie mich noch, ob sie mir eine Wegbeschreibung drucken sollte, damit ich wuesste wie ich zum DMV komme. Ich nahm das Angebot dankend an. Latoya wollte dann noch von mir wissen, ob sie als Startpunkt den Cardealer oder unsere Wohnadresse angeben sollte. Da ich direkt zum DMV wollte, verlangte ich eine Wegbeschreibung mit Startpunkt Cardealer, wo ich mich gerade befand. Und was macht stupid Latoya...? Klar, natuerlich gibt sie als Startpunkt unsere Wohnung an... Why the hell did she ask me at all? Als sie dann fertig war mit der Wegbeschreibung, hat sie ihren Murks bemerkt und wollte berichtigen! Habe abgelehnt und das DMV auch so gefunden. Und weil Latoya einfach guten Service macht, hat sie mir dann noch ein Haendlernummernschild bis 15. Januar 2007 ausgestellt! Also da kann man wirklich nicht meckern, oder?
Frohen Mutes bin ich dann zum DMV gefahren, downtown Atlanta. Das DMV waere auch leicht zu finden gewesen, wenn ich Latoya's Wegbeschreibung haette folgen koennen. Allerdings gab es eine Baustelle auf der Strecke und der Verkehr wurde umgeleitet. Und wie es dann so ist, die Umleitung schlecht ausgeschildert und jede Menge Einbahnstrassen, die einen voellig aus dem Konzept bringen, bin ich mit der Kirche ums Dorf gefahren, bis ich endlich beim DMV ankam. Von wegen "frohen Mutes"...
Mit dem kompletten Papierkram rein in die Behoerde, gefilzt worden (ohne Erfolg) und ab in die Warteschlange. Als ich endlich an der Reihe war ging am ersten Schalter auch alles glatt und ich durfte mich in die zweite Warteschlange einreihen. Warteschlangen sind sehr populaer in den USA...Aber auch in der laengsten Warteschlange geht es irgendwann vorwaerts und ich stand am zweiten (und letzten) Schalter. Ich sollte meine Papiere uebergeben und musste meine Anschrift nennen. Hab' ich gemacht. Ob ich beweisen koennte, dass ich dort wohne, wo ich behaupte zu wohnen? Vielleicht koennte ich ja eine Stromrechnung vorzeigen, auf der mein Name in Verbindung mit meiner Anschrift zu sehen sei??? Natuerlich hatte ich keine Stromrechnung dabei, ich nehme nie eine Stromrechnung mit, wenn ich aus dem Haus gehe....warum eigentlich nicht? Egal.
Da ich ja eine Mission zu erfuellen hatte (get a number tag for the car) hatte ich allerdings unsere kompletten Unterlagen fuer das Auto dabei. Darunter die Rechnung vom Autokauf, auf der (juhu!) mein Name in Verbindung mit meiner Adresse stand. Erleichtert habe ich der Dame am Schalter die Rechnung gezeigt. Freundlich hat sie mir erklaert, dass das nicht gilt! Es soll eine Stromrechnung sein. Oder zum Beispiel die Rechnung fuer ein Zeitungsabonnement. Aber die Rechnung fuer den Autokauf geht nicht. And this is the point where you really get desperate....Mit Traenen in den Augen wieder raus aus der Scheiss-Behoerde, heim, die Stromrechnung herausgesucht. Auf unserer Stromrechnung steht natuerlich nur Thorsten's Name, weil er den Strom angemeldet hat. Da auf unseren Bankauszuegen unsere beiden Namen stehen, habe ich dann vorsichtshalber noch einen Kontoauszug mitgenommen und eine Ausgabe unserer abonnierten Fernsehzeitung (Die wichtigen Sachen laufen auf mich!).
Back to the DMV mit noch mehr Papierkram, wieder gefilzt worden, wieder in die Warteschlange. Endlich wieder am Schalter habe ich der gleichen Dame, wie bereits zuvor, erklaert, dass mein Name nicht auf der Stromrechnung steht und dass ich deswegen noch einen Kontoauszug mitgebracht habe und das Fernsehheft. Die Teile mit der Stromrechnung und dem Fernsehheft hat sie ueberhoert und mir erklärt, dass sie einen Kontoauszug nicht nehmen darf....es soll schon eine Stromrechnung sein! Zu diesem Zeitpunkt wurde ich schon nicht mehr zornig, denn langsam war ich diesen Irrsinn ja gewohnt. Resigniert habe ich dann noch einmal kurz erwaehnt "...and this is my utility bill, but without my name..." And guess what! It didn't matter.... Strahlend hat Madam DMV eine Kopie von der Stromrechnung gemacht und obwohl auf der Stromrechnung nirgends mein Name in Verbindung mit meiner Anschrift zu sehen war, bekam ich kurz darauf das NUMMERNSCHILD! Car registered, mission impossible finally accomplished. Verstehen koennen wir das System bis heute nicht, aber wir sind maechtig stolz auf unser Nummernschild! Dinge steigen im Wert, wenn man um sie kaempfen muss.
Die Fahrpruefung haben wir letztendlich auch bestanden und um die Georgia Driver's License zu erhalten, mussten wir unsere deutschen Fuehrerscheine abgeben. Es bleibt also spannend, denn wer weiss was passiert, wenn wir jemals in die Verlgenheit kommen, einem deutschen Polizisten unsere Fuehrerscheine zu zeigen....Vorsichtshalber haben wir aber unsere Stromrechnung inzwischen immer dabei, because you never know...
Gestern war uebrigens mein Gerichtstermin. Ich war geladen fuer Gerichtssaal Nr. 5D und mit mir noch ungefaehr 40 andere State Law Violators, von denen die Haelfte nicht erschienen ist. Wir wurden dann alle gemeinsam in den Gerichtssaal hineingerufen und mir wurde es schon ganz mulmig. Ob jeder hier oeffentlich seine Suenden bekennen muss und sich vor versammelter Mannschaft sein Urteil abholen muss? Jesus!
Gedanklich habe ich schon meine Verteidigung ausgearbeitet und mir eine ueberzeugende Story zurecht gelegt. Wir, die State Law Violators, sollten zunaechst ein Formular ausfuellen, und zwar wahlweise die Vorderseite oder die Rueckseite des Formulars.
Vorderseite fuer "NOT GUILTY", Rueckseite fuer "GUILTY"! Habe mich logischerweise fuer "NOT GUILTY" entschieden, passend zu meiner Verteidiungsstrategie... Dann wurden wir gruppenweise an eines der Pulte gerufen. Zuerst alle, die sich fuer unschuldig hielten, also auch ich. Die Aktion diente wohl dazu, die Strafzettel auseinander zu sortieren, whatever. Dann sollten wir uns alle wieder hinsetzen und warten, bis jeder einzelne aufgerufen wurde. Der Erste wurde aufgerufen, musste kurz vortreten und durfte sofort wieder gehen. ??? Ich wurde als Zweites aufgerufen. Alles klar, jetzt geht's los. Gar nichts ging los. Ich konnte nicht einmal meine Story zum Besten geben. Ich wurde lediglich gefragt, ob das Auto inzwischen ein Nummernschild hat. Ja. All right, your case is dismissed. You're free to go! Freispruch! Was reg' ich mich ueberhaupt auf....? Ist doch alles ganz easy...

Im Land der Autofahrer...beware of the car dealer

Eine unserer ersten Amtshandlungen im Land der Autofahrer war, ein Auto zu kaufen, what else? Mit allen Erfahrungen, die wir im Laufe der Zeit in Deutschland zum Thema Autokauf gesammelt hatten, haben wir also kurz nach unserer Ankunft einen Car Dealer angesteuert, um uns das ein oder andere gebrauchte Auto anzusehen. Unser Ziel war, ein kleines und sparsames Auto zu kaufen, dessen Unterhalt uns nicht die Haare vom Kopf frisst. Dass man mit deutschen Autokaeufer-Erfahrungen in den USA gnadenlos untergeht, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht...
Der urspruengliche Plan, im Rahmen unserer Preisvorstellungen verschiedene gebrauchte Fahrzeuge bei verschiedenen Autohaendlern anzuschauen und abzuwaegen, welcher Wagen uns am Besten gefaellt (unter Beruecksichtigung eines Preis-Leistungs-Vergleichs), war grundsaetzlich sehr gut. Allerdings erfuhr dieser Plan beim ersten Zusammentreffen mit einem amerikanischen Autoverkaeufer eine drastische Aenderung. Nach anfaenglichem Small-Talk mit Buck Rogers (Name geaendert), seines Zeichens zustaendig fuer Sales und Leasing, ging es relativ schnell zur Sache.
Buck Rogers hat sich unsere Vorstellungen angehoert und uns ausgelacht, als wir ihm gesagt haben, dass wir ein kleines, sparsames Auto kaufen wollen. Er haette zwar welche auf dem Hof stehen, aber mal ehrlich, will man auf dem Highway staendig ueberholt werden, nur weil man in einer Schuhschachtel durch die Gegend tuckert? Und was heisst schon sparsam...? Der Sprit kost' ja nix... Wie auch immer, widerwillig hat uns Buck Rogers dann die kleinen Autos gezeigt. Wir waren, zu Buck's Zufriedenheit, nicht sehr angetan von den Kleinwagen, die im Angebot waren. Die Preise waren zwar ganz okay, aber die Leistung liess zu Wuenschen uebrig.
Der Autoverkaeufer hatte uns jetzt genau da, wo er uns haben wollte: Enttaeuscht von den Kleinwagen und bereit, ein "richtiges" Auto anzuschauen. Außerdem wusste er, dank Small-Talk, mittlerweile mehr ueber uns, als wir ueber den amerikanischen Gebrauchtwagenmarkt und dessen Gepflogenheiten. Zum Beispiel wusste er, dass wir aus Deutschland sind, frisch umgezogen waren, noch keine Credit-History (dazu spaeter mehr) vorweisen konnten, noch keine Social Security Number hatten und so schnell wie moeglich ein Auto kaufen wollten, um den teuren Mietwagen loszuwerden. Er musste die Falle also nur noch zu schnappen lassen...
Dies war uns natuerlich nicht bewusst, als wir in den frisch polierten Ford Escape eingestiegen sind, um mit Buck Rogers auf der Rueckbank eine Probefahrt zu machen.
Wir waren sehr beeindruckt von diesem Sports Utility Vehicle (kurz: SUV) und die Vorteile lagen auf der Hand: Das Auto ist gross genug, um bequem unsere zukuenftigen Gaeste mitsamt deren Gepaeck vom Flughafen abzuholen und hat genug PS unter der Haube, um sich im Verkehrschaos zu behaupten. Außerdem gehoert es einfach zur amerikanischen Lebensart dazu, ein grosses Auto zu fahren. Trotzdem waren wir eigentlich noch nicht kaufbereit, da man ja nicht gleich das erst beste Auto kauft...
Waehrend wir, hin- und hergerissen zwischen Vernunft und Begeisterung, Vor- und Nachteile durchdacht haben, fing Buck Rogers auf dem Ruecksitz mit seinem Verkaufsprogramm an. Circa alle 2 Meilen schleuderte er uns ein druckvolles "What do you think it iiis?" um die Ohren, worauf wir abwechselnd geantwortet haben "It's a nice car." und "Well, we like it." Diese Prozedur wiederholte sich bis wir den Escape wieder auf dem Hof abgestellt hatten. Zwischendurch waren wir beide versucht eher mit "Shut up!" zu antworten als mit "...nice car!"
Im Anschluss an die Probefahrt hat Buck Rogers uns dann noch saemtliche Vorteile des SUV's vorgefuehrt, zum Beispiel, dass man die Rueckbank prima umklappen kann, um grosse, sperrige Sachen zu transportieren, und dass man nicht nur die Heckklappe oeffnen kann, sondern auch nur die Heckscheibe...."What do you think it iis?" IT'S A GREAT CAR!!!
Eigentlich wollten wir uns dann wieder auf die Socken machen, um noch mal eine Nacht "drueber zu schlafen", wie man das halt so macht in Germany. Aber damit war Buck Rogers ueberhaupt nicht einverstanden. "Have a seat, I'll be right back!" Haetten wir vorher gewusst, was uns da bevorstand, haetten wir mit Sicherheit sofort die Flucht ergriffen. Ahnungslos wie wir waren, nahmen wir Platz und warteteten darauf, dass Buck uns mit seinen fiesen Autoverkaeufertricks in die Mangel nahm.
Rogers hatte ein Blatt Papier und einen Stift dabei. Er machte uns ein Verkaufsangebot, indem er eine Zahl auf das Papier schrieb und seine Standardfrage stellte: "What do you think it iis?" Der Preis war aus unserer Sicht sehr gut, da wir mit weniger Auto fuer mehr Geld gerechnet hatten. Da wir beide nicht die Energie zum Pokern hatten und uns das Auto ja schon gefallen hat, haben wir dann zugegeben "It's a good price." Buck Rogers strahlte - "Well, then get your check book ready..." - natuerlich hatten wir unser Check Book nicht einmal dabei. Erstens ist es fuer uns Germans laengst nicht mehr ueblich ein Scheckbuch mit sich zu fuehren. Und zweitens ist es noch weniger ueblich innerhalb von einer Stunde ein Auto zu kaufen.
Buck Rogers verstand die Welt nicht mehr. Allerdings hatte er, was seine fiesen Tricks anging, noch laengst nicht alle Register gezogen. "I'll be right back..." Thorsten und ich haben dann hin und her ueberlegt, ob wir das Auto kaufen sollen oder nicht. Vieles sprach dafuer, einiges aber auch dagegen, aber die Tendenz war eher pro als contra. Und ausserdem hatten wir ja einen gewissen Zeitdruck. Je schneller wir den teuren Mietwagen loswurden, desto besser. Nach einer kurzen Besprechung mit seinen Kollegen ist unser Autoverkaeufer dann wieder aufgetaucht, um etwas Neues mit uns zu spielen: Das Initial-Spiel (Sprich: inischl); und das funktioniert so:
Buck schreibt die Aussagen des potentiellen Kunden, die fuer den Kauf des Autos sprechen, auf einen Zettel. In unserem Fall: "It's a nice car!" "We like this car!" "It's a good price!" Dann wird man gefragt, ob die Aussagen so stimmen, was wir natuerlich nicht verneinen konnten. Und zur Bestaetigung sollten wir dann alles mit unseren Initialen abzeichnen, also "inischln". Irgendwann hat Rogers dann noch "I'd like to buy this car for this price, after I slept one night over it!" aus uns herausgekitzelt, was wir dann ebenfalls "inischln" sollten. Das Initial-Spiel kam fuer uns voellig unerwartet und wir waren uns nicht im Klaren darueber, was es damit auf sich hatte. Handelt es sich dabei schon um eine rechtswirksame Willenserklaerung, aus der sich ein Anspruch ableiten laesst? Voellig ueberrumpelt haben wir uns dann fuer den naechsten Tag mit Buck verabredet, um die Paper Work zu erledigen, also Kaufvertrag, Schluesseluebergabe und last but not least the check! Und schwuppdiwupp waren wir Eigentuemer dieses fantastischen, goldfarbenen SUV's, ein Fahrzeug, das keine Wuensche offen laesst. Erst nach und nach machte sich bei uns ein gewisser Aerger darueber breit, dass wir Buck Rogers' Methoden so gar nicht durchschaut hatten und wir ihm scheinbar gnadenlos ausgeliefert waren. Wie auch immer, der Aerger ist inzwischen verflogen und unser Ford Escape laeuft und laeuft... und das hoffentlich noch ein paar 1000 Meilen... Und nach den ersten paar Monaten im hiesigen Verkehrschaos sind wir auch froh, mit einem grossen und robusten Auto "in die Schlacht zu ziehen"...
Beim naechsten Autokauf kaempfen wir allerdings mit haerteren Bandagen, Buck Rogers wird sich noch wundern. The Stoesser's are going to strike back... dann werden wir mal sehen wer hier was inischlt.

Why there's no reason for housewives to be desperate....

Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den ersten Wochen im amerikanischen Alltag fuehren unweigerlich zu der Frage, warum es hier "desperate housewives", also verzweifelte Hausfrauen, geben soll. Tatsache ist, dass saemtliche Verantwortungsbereiche einer amerikanischen Hausfrau mit dem groesstmoeglichen Mass an Bequemlichkeit und Komfort ausgestattet sind. Betrachten wir zwei Verantwortungsbereiche etwas genauer:



Der Lebensmitteleinkauf einer amerikanischen Hausfrau beschraenkt sich grundsaetzlich auf die Anfahrt einer einzigen Anlaufstelle, dem Supermarkt. Waehrend die deutsche Hausfrau nach dem Supermarkt noch zu Baeckerei und Metzgerei hetzen muss, und zwischendurch vielleicht noch auf die Bank, um Geld abzuheben, steuert die Amerikanerin entspannt ausschliesslich den Supermarkt an, wahlweise Publix oder Kroger (beide verfuegen ueber ein ausgezeichnetes Warensortiment). Im Regelfall kommt die Letztgenannte telefonierend am Supermarkt an und verlaesst ihn immer noch telefonierend. Das angeregte Telefonat mit der Freundin ist moeglich, weil der Amerikanerin genau die Dinge abgenommen werden, die der deutschen Hausfrau das Telefonieren im Supermarkt unmoeglich machen. In Deutschland kann man seine Einkaeufe zwar noch in Ruhe auf das Foerderband legen, aber wehe, die Kassiererin zieht die Waren ueber den Scanner. Da faengt der Stress schon an. Schnell alles in die Tueten (10 cent pro Tuete, lieber Umwelttasche? kostet aber 20 cent) packen und Geldbeutel und Autoschluessel aus der Handtasche kramen, waehrend man hastig die letzten Artikel verstaut, meldet die Kassiererin schon "35,97" und man sucht im Geldbeutel, ob man vielleicht 7 Cent klein hat. Die naechste Hausfrau guckt schon ungeduldig, weil man statt 7 Cent nur 6 Cent gefunden hat und gibt der Kassiererin dann doch nur Scheine....mit schweren Tueten rechts und links fluechtet man zum Auto, weil die Baeckerei in fuenf Minuten schliesst....Wer hat da schon Lust zu telefonieren? Die Amerikanerin bekommt ihre Einkaeufe nicht nur in (kostenlose) Tueten verpackt, sie bekommt die Tueten auch noch ins Auto getragen, damit sie ihre Haende frei hat fuer das Telefon und den Autoschluessel. Ueber Kleingeld macht man sich auch keine Gedanken, denn bezahlt wird mit Debit- oder Creditcard. Und wer die Kroger-Plus-Card am Schluesselbund hat, bekommt noch einen Extra-Discount. Die Amerikanerin kennt auch den durch Ladenschlusszeiten verursachten Druck nicht, da viele Supermaerkte rund um die Uhr und jeden Tag geoeffnet sind, twenty-four-seven (kurz 24/7) wie man so schoen sagt.



Im Bereich Hausarbeit kann sich die amerikanische Hausfrau saemtliche Errungenschaften des technischen Fortschritts zu Nutze machen, um sich die Arbeit zu erleichtern. Haushaltsgeraete sollen aber nicht nur arbeitserleichternd sein, sondern sie dienen auch der Unterhaltung Ihrer Benutzerin. Daher ist im oversize-Kuehlschrank nicht nur ein Eiswuerfelbereiter integriert, sondern auch ein Fernseher. Toaster mit eingebautem Radio sind keine Seltenheit. Sehr angenehm ist auch die Spuelbuerste, deren Buerstenkopf auf Knopfdruck rotiert. Diese Funktion waere auch fuer Klobuersten sehr praktisch. Selbst in unserem (wahrscheinlich noch sehr deutschen) Haushalt haben wir Haushaltsgeräte, deren Bedienung so viel Spass macht, dass man regelrecht Freude an der Hausarbeit verspuert:


Eines dieser Geraete ist der "waste-processor", eine Art schwarzes Loch fuer Speisereste. Alles was man nicht im normalen Hausmuell entsorgen kann, weil die Muelltueten ja nicht wirklich dicht sind, verschwindet einfach im "in-sink-disposal" auf nimmer Wiedersehen. Was nicht freiwillig durch die Oeffnung flutscht wird mit der Hand nachgeschoben. Dabei ist allerdings aeusserste Vorsicht geboten, denn im Innern des schwarzen Lochs befindet sich ein Hochleistungshaecksler, der die Speisereste auf Knopfdruck zerkleinert. Man weiss nie so genau wie weit man seine Hand reinstecken kann, ohne dass etwas passiert. Am meisten Spass macht es, der Prozedur zuzusehen, wenn waehrend des Zerkleinerungsvorgangs das Wasser laeuft. Dann entsteht ein so grosser Sog, dass die ganze Bruehe verbunden mit einem netten Schluerfgeraeusch im schwarzen Loch verschwindet.

Unser Staubsauger ist ein Haushaltsgeraet, das keine Wuensche offen laesst. Er sieht nicht nur tiptop aus, insbesondere farblich, sondern verfuegt auch noch ueber Funktionen, die jeder Hausfrau ein Strahlen ins Gesicht zaubern. Der eingebaute Frontscheinwerfer erhellt den zu reinigenden Bereich, so dass man selbst bei schlechten Lichtverhaeltnissen saubere Arbeit leisten kann. Und das ist noch laengst nicht alles. Der integrierte Dirt-Finder informiert die Benutzerin ueber die Anwesenheit von Schmutz durch ein rot leuchtendes DIRTY-Signal. Sobald der Schmutz in vollem Umfang eingesaugt wurde, signalisiert das Geraet Sauberkeit durch ein freundlich gruen leuchtendes CLEAN. Da die Saugleistung sehr stark ist, werden waehrend des Saugvorgangs Staubmaeuse (= Ansammlungen von Staub, die sich nach dem Schneeballsystem zu ansehnlichen Klumpen vergroessern) durch die ebenso starke Abluft aufgewirbelt. Je nach raeumlichen und thermischen Verhaeltnissen, kann dies dazu fuehren, dass die Staubmaeuse regelrecht durch die Luft schweben und sich an thermisch unguenstigeren Stellen wieder niederlassen. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass man genau erkennen kann, wann man seine Arbeit erledigt hat und alles fein saeuberlich gesaugt ist. Die Arbeit ist zu dem Zeitpunkt erledigt, zu dem keine Staubflocken mehr durch die Luft gewirbelt werden, also wenn die Staubflockenmigration gegen Null geht.




Also..... weit und breit kein Grund zum Verzweifeln. Fortsetzung folgt...